Die Suche nach dem passenden Azubi war schon immer anspruchsvoll. Im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz wird sie gleichzeitig herausfordernder und strategischer. Junge Menschen informieren sich heute anders über Berufe, Arbeitgeber und Karrierewege. Sie googeln nicht nur, sie sprechen mit Tools wie ChatGPT oder Perplexity, lassen sich Optionen vorschlagen, bekommen Zusammenfassungen und Orientierung – oft ohne überhaupt eine Website zu besuchen. Für Unternehmen bedeutet das: Die gewohnten Spielregeln der Sichtbarkeit ändern sich. Wer weiterhin den richtigen Azubi gewinnen will, muss seine Herangehensweise an Azubi-Marketing, Employer Branding und die Rolle der eigenen Website neu denken.
Im Gespräch mit Alexander R. Petsch beschreibt Felix von Zittwitz, Geschäftsführer von ausbildung.de und bei Embrace verantwortlich für das Ausbildungsportfolio, die Dynamik dieser Entwicklung und skizziert, welche Schritte jetzt zählen. Dieser Beitrag verdichtet die zentralen Gedanken – ohne Checklisten-Rhetorik, dafür als fließende Orientierung für die Praxis.
Wie KI das Informationsverhalten der Azubi Zielgruppe verschiebt
Die zentrale Veränderung beginnt bei einem scheinbar simplen Fakt: Künftige Azubis nutzen KI-Tools im Alltag ganz selbstverständlich – in der Schule, in der Freizeit, bei der Berufsorientierung. Statt nur Suchbegriffe einzugeben, führen sie Dialoge. Sie fragen: „Welcher Beruf passt zu mir, wenn ich Mathe mag und gern mit Menschen arbeite?“ oder „Welche Ausbildung hat gute Zukunftschancen in meiner Region?“ Das System antwortet, sortiert, schlägt vor, verlinkt – und liefert dabei oft genug so brauchbare Inhalte, dass der Klick auf eine Website gar nicht mehr nötig erscheint.
Diese Entwicklung wird in der klassischen Suche durch KI-Overviews verstärkt: Google blendet für viele Themen automatisch Zusammenfassungen ein und nennt nur wenige Quellen. Das Ergebnis sind mehr Zero-Click-Suchen. Für die Azubi-Gewinnung heißt das: Selbst gute Inhalte sind wertlos, wenn sie gar nicht mehr angeklickt werden. Sichtbarkeit konzentriert sich auf wenige Player; die Schwelle, überhaupt als Arbeitgeber in Betracht gezogen zu...